21.05.15 | 

Grauzonen - Rechte jugendliche Lebenswelten

Grauzonen - Rechte jugendliche Lebenswelten in Musikkulturen Eine Broschüre der Agentur für soziale Perspektiven

Rechte Jugendliche Lebenswelten in Musikkulturen „ Grauzonen“

 

„Nur weil ich stolz auf Deutschland bin, bin ich noch lang kein Nazi“. Solche oder ähnliche Statements fallen in letzter Zeit öfter von jugendlichen HörerInnen der sogenannten Grauzonenbands. Doch was fasziniert so viele junge Menschen an dieser neuen Richtung des Deutschrocks? Handelt es sich hierbei um harmlose pubertäre Rebellion oder ebnet der überzogene Patriotismus um den Hauptprotagonisten der Szene“ Frei.Wild“ den Weg zu einem rechten Weltbild?

Diese und ähnliche Fragen stellten sich die MacherInnen der neuen Broschüre und bisher Einzigen zum Thema „Grauzonen  und rechte jugendliche Lebenswelten.“ Auf knapp 50 Seiten im Din A 5 Format wird das Phänomen Grauzone in seine Einzelteile zerlegt.

Die AutorInnen erläutern zu Beginn ihr Untersuchungsfeld, erörtern die Problemlagen und umreißen die Entstehungsgeschichte um das Themenfeld Grauzone.

Gleich zu Beginn werden in einem größeren Kapitel die Lebenswelten, Ideologien sowie die Mentalitäten von rechten Jugendlichen genauer beleuchtet und abgehandelt. Wobei zuerst einmal die Begriffe geklärt und im Anschluss die Lebensumstände der Jugendlichen untersucht werden, die in der Grauzonenszene zu finden sind. Hierbei fällt auf, dass bereits hier Ungleichheitsideologien und Diskriminierung eine große Rolle spielen und diese durch die Liedtexte der Bands noch einmal verstärkt werden. Gleichzeitig erläutert die Broschüre auch, wie sich Diskriminierungen in dieser Jugendszene äußern und erklärt die Ungleichheitsideologien auch mittels eines Glossars.

 Im zweiten Abschnitt wird noch einmal vertieft auf die Heterogenität in den rechten jugendlichen Lebenswelten eingegangen und die zentralen Bezugspunkte und Inhalte verschiedener Bands und AkteuerInnen herausgearbeitet. Dabei wird deutlich, dass sich die Inhalte der Grauzonenbands nicht immer nur an einem unreflektierten Patriotismus bzw. Nationalismus festmachen lassen, sondern oft auch mit einem patriarchalen Männerbild einhergehen. Neben der inhaltlichen Analyse verschiedener Bands werden in der Broschüre auch versucht soziologische Aspekte herauszuarbeiten. So beinhaltet die Broschüre auch ein Cluster verschiedener GrauzonenhörerInnen,  das die Heterogenität in der Szene deutlich veranschaulicht.

Zum Abschluss findet sich noch ein Fazit und Ausblick, in denen noch einmal auf die Gefahren der Grauzonenbands hingewiesen werden. Gerade Jugendliche in der Orientierungsphase, sind für diese pseudorebellische Attitüde der Grauzone leicht zu ködern.

Die Broschüre wurde herausgegeben von der Agentur für soziale Perspektiven in Berlin und ist dort auch für eine Schutzgebühr für 2, 50 Euro zu bestellen.

Eine Leseprobe gibt es unter dem folgenden Link zum herunterladen

Dateien:
gz_broschuere_web_s1-7_kl.pdf591 K